© by Christian Bernhard

Trachtengruppe Birmenstorf

  • Wer tanzen als Hobby betreiben will und wer auch Freude am Traditionellen hat, findet in der Trachtengruppe Birmenstorf Gleichgesinnte. Hier wird der Volkstanz intensiv gepflegt, was nicht nur körperliche Fitness voraussetzt, sondern auch geistige Beweglichkeit. Es gilt ja als erwiesen, dass Musik und Tanzen jung erhält und dass sich durch das Einprägen der Formationen und Schritte auch die Gedächtnisleistung trainieren lässt. Höhepunkte und auch Motivation sind öffentliche Auftritte, welche bewusst gesucht oder selber organisiert werden.

    Myriam, Agi und RoliDeshalb bekundet die Trachtengruppe sporadisch auch Reisegelüste. In diesem Jahr flog sie zusammen mit Angehörigen für 4 Tage nach Prag ans internationele Folkloretreffen. Viele gute und interessante Eindrücke von den verschiedenen Veranstaltungen und von der sehenswerten Stadt nahmen alle mit nach Hause.

  • Auch das Ehepaar, dessen Koffer mitsamt den Trachten in Rhodos statt in Prag landete, konnte sich nach 2 Tagen wieder in eigenen Kleidern bewegen und die Tänze in der Tracht mitmachen. Bis dahin versuchte es sich mit ausgeliehener Wäsche und neuen Zahnbürsten über die Runde zu bringen.

  • Die 4 Tage waren auch geprägt von heissem Wetter, welches bei den Trachtenträgern- und Trägerinnen viele Schweisstropfen produzierte. Gottlob gibt es im originellen Hotel Admiral, welches in der Form eines Schiffes in die Moldau gebaut wurde, funktionierende Duschen. Kulinarisch konnte es beim Abendessen allerdings nicht überzeugen, was vermutlich mit dem äusserst günstigen Arrangement zusammenhängt. Hingegen war das Frühstück gut und reichhaltig.

  • Am Tag vor der Rückreise wurden die Gruppen aus halb Europa in einem riesigen, bekannten Bierlokal mit einem einheimischen Nachtessen, bestehend aus Suppe, Semmelknödel in Form von Weissbrot ohne Rinde und einer Sauce, in welchemundefinierbare sehnige Fleischstücke schwammen, nicht verwöhnt, sondern überfahren. Den weit über hundert Gästen schmissen die zahlreichen Kellner innert kürzester Zeit diesen Frass mit Schwung vor die Nase und die Nichtbiertrinker hatten alle Mühe, etwas anderes zu bekommen. Hier muss das Bier nicht bestellt werden, denn kaumführt man ein noch nicht ganz leeres Glas zum Mund, steht schon wieder ein volles da. Odermatt'sOdermatt'sDas wohl als gastronomisches Highlight geplante Ereignis entpuppte sich eher als antikulinarische Kalorienbombe mit dem Zweck, möglichst viel Geld in die Kassen zu kriegen. Ausserdem wurden die Birmenstorfer in diesem Lokal auch akkustisch überfahren, weil einige der Folkloregruppen wohl schon auf dem Weg zu diesem Anlass den Durst über Gebühr gelöscht hatten und in den lautesten Tönen zu singen begannen, so dass man sein eigenes Wort nicht mehr verstand. Dennoch möchte ich mit dieser Kritik das gastronomisch Negative nicht verallgemeinern. Es fanden sich fürs Mittagessen zahlreiche Lokale, wo gute und preiswerte Mahlzeiten angeboten wurden.

    HradschinHradschinEin gelungener spontaner Auftritt gelang in einer ziemlich belebten Gasse, wo sich einige junge männliche Touristen aus Amerika wohl wegen der zahlreichen hübschen Trachtenmädchen zu einem Tanzkurs animieren liessen, der ob des entstandenen Durcheinanders viel Gelächter auslöste. Geordneter ging's dann bei der abschliessenden Polonaise zu, wo Alt und Jung mitgenommen wurden.

    Ein Umzug fand auch statt. Unsere Gruppe musste allerdings mehr als eine Stunde warten, bis sie sich endlich auf den Weg machen konnte. Im Nachhinein wurde der Entschluss der Musikanten, nicht am Umzug teilzunehmen bedauert, denn viele der andern Gruppen zeigten, bevor sie abmarschierten, einen kurzen Auftritt, welchen sie an verschiedenen Orten der Umzugsroute wiederholten. Agi, die Birmenstorfer Organisatorin, hatte aber auf die Frage, ob kurze Tänze während des Umzugs erwünscht seien, eine negative Antwort erhalten. So sahen die Birmenstorfer keinen Grund mehr, einfach hinterher zu marschieren und beschlossen deshalb nach der Hälfte der Route, sich auszuklinken und ihre eigenen Wege zu gehen.

    Das gab ihnen Gelegenheit, sich vor dem allerletzten Auftritt noch ein bisschen umzusehen, den gröbsten Durst zu löschen und sich dann zum Platz der Republik zu begeben, wo sie sich als Letzte noch einmal vor einem allerdings nicht sehr zahlreichen Publikum produzieren konnten. Den letzten beiden Tänzen entzog ein Regenschauer dann auch noch die letzten ausharrenden Zuschauer.