© by Christian Bernhard

Im Atelier

  • Für die Kreativität von Hanni hat der Raum, in welchem sie Stoffe lagert, nach Farben zusammenstellt, zurechtschneidet, zusammennäht, wieder trennt, nochmals zusammenfügt, von weitem betrachtetet Atelierund begutachtet bis sie zufrieden ist und zuletzt quiltet, eine wichtige Funktion. Damit überhaupt ein akzeptables Produkt entstehen kann, muss das Atelier so eingerichtet und ausgestaltet sein, dass sie sich dort wohl fühlt, denn die Nähmaschinematerielle Umgebung hat ebenso ihren Anteil daran, dass etwas Schönes entstehen kann wie die spirituelle oder die emotionale. Dabei spielt auch das Licht eine entscheidende Rolle, denn in einem Raum, wo das Tageslicht einen erschwerten Zutritt hat, lässt sich schlecht arbeiten. Die hohen Fenster bieten die richtige Beleuchtung tagsüber, wie auch geeignete Lampen dasselbe tun, wenn es draussen dunkel ist.Patchwork-Atelier

  • Wichtig sind natürlich auch die Werkzeuge und Maschinen. Moderne Quilts lassen sich nur schwer verwirklichen, Nähutensilienwenn so gearbeitet wird, wie es die sektiererischen Amischen taten, bei welchen nicht das Kreative, sondern das Praktische und die Sparsamkeit den Ausschlag gaben, sich mit der Technik des Patchworks auseinanderBügelbrett zu setzen. Neuerungen und Veränderungen lagen da kaum drin und waren auch in allen andern Lebensbereichen eher verpönt. Dennoch ist dieser tiefgläubigen Sekte, welche unter anderem durch die Auswanderung von Wiedertäufern aus der Schweiz entstand, die Idee zu verdanken, mit gebrauchten Stoffen durch erneutes Zusammennähen wieder Neues entstehen zu lassen.

  • Durch konsequente Weiterentwicklung dieser Technik entstand eine neue Form textiler Kunst, welcheBügeleisen aber dadurch, dass sie vor allem von Frauen ausgübt wird, in der Kunstszene immer noch weit unter ihrem Stellenwert gehandelt wird.

Stoffe selber färben

Der kreative Einsatz der Farben ist ganz allgemein für das bildnerische Gestalten und im Besonderen für die Textile Kunst und das Quilten ganz entscheidend. Natürlich gibt es auf dem Markt unzählige Stoffe in allen erdenklichen Farben und Mustern. Hat man aber ein Projekt in Arbeit, ist es schwierig, die Stoffe zu finden, welche den eigenen Vorstellungen entsprechen. Abgesehen davon kann das ins Geld gehen, nicht nur wegen der hohen Stoffpreise, sondern auch wegen der Reisekosten, denn nicht immer liegt eine Firma mit dem entsprechenden Angebot in der Nähe. Die Zeit, die man für die Suche braucht, kann sinnvoller angewendet werden, indem versucht wird, Stoffe nach den eigenen Vorstellungen zu färben. Ausserdem können dazu alte, aber kaum gebrauchte Damast-Bettanzügee verwendet werden, welche sonst irgendwo in einer Fabrik für industrielle Zwecke verwertet würden.

Mit Unterstützung durch eine Kollegin versucht Hanni in der Werkstatt unseres Hauses die Technik des Färbens ihren interessierten Kolleginnen zu vermitteln. Die Bilder davon sind hier zu sehen:

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