© by Christian Bernhard

Zwei nicht alltägliche Ereignisse

Am Samstag, dem 16. Juni staunten wir nicht schlecht: an diesem strahlend sonnigen Tag schlich vom Sitzplatz her durch die offene Tür ein ganz junger Fuchs in unsere Küche. Keck blickte er sich um, bemerkte Hanni und verliess den Raum wieder. Bis ich aber meinen Fotoapparat zur Hand hatte, hatte er auch schon wieder den Raum verlassen. Ich sah hinter dem Haus nur noch sein dünnes Schwänzchen im Gebüsch verschwinden. Das herzige Tier war aber so klein, dass wir vermuten, es habe den Bau verlassen und sich im Quartier verirrt. Weil wir aber nahe am Wald wohnen, hoffen wir, dass das Tier über kurz oder lang wieder zu seinem Bau zurück findet.

Das zweite, noch seltenere Ereignis erschreckte Hanni ziemlich. Sie schwenkte um 17 Uhr mit dem Auto auf den Garagenplatz ein, nachdem sie unsere Enkelin Aline abgeholt hatte und liess diese, bevor das Fahrzeug in der Garage war aussteigen. Kurz darauf rief Aline voll Erstaunen: "Grossmueti, chomm emol cho luege!" Was Hanni dann sah, entlockte ihr einen kurzen spitzen Schrei und die Bemerkung: "Das kann doch nicht sein! Doch nicht vor unserem Haus!" Sie flüchtete hinein und rief nach mir.

Nun sah ich vor der Garage Aline stehen, die versuchte, eine sich in der Sonne räkelnde über 1 m lange Schlange mit dem iPhone zu fotografieren. Wir wohnen jetzt seit 36 Jahren in diesem Haus, aber noch nie haben wir in der näheren und weiteren Umgebung eine Schlange gesehen. Diese aber war keine Illusion und sie begann sich wegen der Unruhe über die Treppe Richtung Vorgarten zu bewegen, wurde immer schneller und verschwand schliesslich unter dem bodendeckenden Nadelgehölz.

Hanni liess uns hemmungslos ihre Schlangenphobie spüren, konnte sich kaum beruhigen und erklärte, dass sie nie mehr im Garten arbeiten werde. Sie wolle doch nicht an einem Schlangenbiss sterben und sie sei auch überzeugt, dass sich eine ganze Schlangenfamilie mit vielen Kindern und Grosskindern unter dem Gehölz befinde. So spöttisch das tönt, sie könnte noch recht haben, falls der Eintrag in Wikipedia stimmt!

BarreringelnatterNachdem wir die Geschichte unseren Gästen, die wir um 18 Uhr erwarteten, erzählt und ihnen Aline's Bild gezeigt hatten, wurde die Vermutung geäussert, dass es sich wahrscheinlich um irgend eine Natternart handle. Dies bestätige sich dann auch, nachdem wir nachgeforscht hatten. Es könnte es sich um eine Barrenringelnatter handeln.